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Mittwoch, 4. Januar 2017

EIN "DICTUM" DES BEDA

Dum colosseum stabit, Roma stabit; dum Roma stabit, mundus stabit
=Solange das Kolosseum steht, wird Rom stehen, solange Rom steht, wird die Welt bestehen.
BEDA VENERABILIS, 673-735, Kirchenhistoriker. Hauptwerk: Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum.
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Mittwoch, 28. Dezember 2016

BUCHTIP: HARALD KLEINSCHMIDT: DIE ANGELSACHSEN

C. H. BECK WISSEN, München 2011.
"Seit dem 5. Jahrhundert n. Chr. waren Angeln und Sachsen vom Kontinent aus nach Britnnien eingewandert und haben während eines halben Jahrtausends die Insel nachhaltig geprägt...Harald Kleinschmidt erzählt anschaulich und kompetent die Geschichte der Angelsachsen bis zu ihrer Niederlage gegen die Normannen in der Schlacht von Hastings (1066) und beschreibt Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft, Recht und Religion der Ahnherren der heutigen Engländer."
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Cover, Rückseite.
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Als alter Anglo-Saxon kann ich nur sagen: Das Buch ist gut!
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DER BÖSE KÖNIG AETHELBALD

Dieser war König von Mercia (England) und angeblich böse. Das jedenfalls behauptete BONIFATIUS (eigentlicher Name: Winfrith). AETHELBALD regierte anscheinend recht erfolgreich von 716-756), das sind immerhin 40 Jahre. Er regierte so lange, vielleicht gerade weil er so böse war. Einige Vorwürfe, die gegen ihn erhoben wurden: Diebstahl von Kircheneigentum, Unzucht mit Nonnen, Zwangsarbeit in Klöstern etc. Daß er König sei, so BONIFATIUS, komme nicht von dessen Vollkommenheit, sondern allein durch den Ratschluß Gottes. BONIFATIUS drohte: Wenn er, der König, nicht von seinem sündhaften Treiben ablasse, werde er zur Hölle fahren.
AETHELBALD wurde übrigens durch einen Widersacher ermordet.
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Freitag, 14. Oktober 2016

CGM 800, 174 V: GEGEN EIGENBESITZ IM KLOSTER

...strengaengiklich (?) in der crafft der heiligen gehorsam mit der beczeugnuß des strengen göttlichen gerichts daz geistlich person untter ainer bewärten regel ichs aigens süllen haben und wer ettwas aigens hat der soll daz zw hant übergewen seinen öbern wirt aber die selb person begriffen daz sy ettwas aigens hat und die redlichen ermant ist worden daz auf zw gewen und daz nicht thuet so soll man sy schaiden von der gemainschafft der samnung personarum (?) caco (?-lateinische Abkürzung?) und sollt nicht wider auf genomen werden zw genaden piß daz sy volkumen pueß volpringt nach der regell und statutt wirt aber gefunden aigenschafft pey ettlicher person an ire endt so soll die selb aigenschafft mit sampt der selbigen person zw ainem zaichen der ewigen verdampnuß pegraben werden und soll daz nicht geschechen in dem freithoff besunder in dem mist als SAND GREGORIS DER PABST gethan hat als man list in seinem puech daz da haist dialogus war umb aber daz sey da söllichen personen der kirchoff verzigen wirt schreibt SAND BERNHART und spricht also wirt nur (nun?) der gerecht mensch hart behalltten wo soll dann beleiben der arm aigenschaffter der da ist ungehorsam der christenhait got widerspenig m(?)haidt geittig und der nit hallten ist sein strengs gelüb fürwar er ist unwirdig des himels der von recht beraubt ist und wirt des chirchoffs y(?)e(?)es red iohannes...
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mhd. stengeclich=streng
verzigen; mhd. verziehen: u.a. entfernen; verweigern
behallten: u.a. beobachten (?)
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CGM 800, 174 R: PREDIGT GEGEN DEN EIGENBESITZ IM KLOSTER

SAND BENEDICTUS redt in seiner regel in dem xxxiii capitel und spricht. vor allen dingen die sundt der aigenschafft soll abgeschnitten werden und außgerewt also daz nyemant nichcz soll nemen noch gewen an urlaub der prelaten und soll auch nichcz haben aigens noch kaynerlay guet weder taffel noch sal (?) noch piecher noch aigen willen und gewalt des geleichen ander heiligen vätter als SAND AUGUSTIN SAND BERNHART in iren regeln auch schreiben und verpietten allso daz nicht allain sündt ist aigenschafft zw haben geistlich person sunder auch zw nemen als SAND AUGUSTIN in seiner regell die vil ringer ist dann SAND BENEDICTEN regell die peutt yr süllt nichcz aigens nemen pesunder alle ding untter euch süllen gemain sein als man list in dem puech der werck der yn poten (?) über dise wort spricht HUMBERTUS der grosse maister auß leger der regel SAND AUGUSTIN welliche geistliche person mit verdachten muet und fürsacz spricht daz zw pehalten daz ist mein die selb person sund tödlich peschiecht es aber (?) auß unverdachten muet und auß leichtfertikait der gewonhait so sundet man leslich ytem der heilig pabts INNOCENCIUS DER VIERT der redt wider die aigenschafft in dem capitel zum (?) monasterium und spricht wir verpietten...
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mhd. eigenschaft=Besitz, Eigentum, Eigentümlichkeit, Eigensinn!
Humbertus:=Humbertus a Romanis: De tribus votis substantialibus religiosorum.
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Sonntag, 9. Oktober 2016

CGM 800, FOL. 213 V: PREDIGT VOM RECHTEN KLOSTERLEBEN

213 v:... als vil ir mügt so soll allbeg die mainung des endts mit ainer lauttern gewissen sten und unschuldig aller straff sein wann so wir die ding nicht erlangen dar zw wir von got geordnet und beruefft sein so sein wir in der warhait nye recht münich worden und wer myn(d/n?)er wurckt sider der zeit und er ist ain münich waren dann er ynnen in der warhait wirt angeweist der hat in dem anfang die wurczen geistlichs lebens nye entpfangen wann wie wol der herr Christus kain sundt nye gethan hat dannocht erkant sein heilige sel volkumenlichen dz sain raine menschhait alles iz (?) von genaden gocz het was sy het welliche creatur möcht er verdient haben dz sy mit got ain person wär wann als pald sein heilige menschhait in der junckfrawen marie peschaffen und entpfangen ward da was sy mit der götthait veraint was möcht sy da verdient haben die von der ainigung ain sundt nit gewesen was darumb jst (?) kain grössere genad nye erschinen dann an der menschhait...(?) Christi (?) die so gar an als verdien vor aller creatur zw söllicher grosser wirdikait ist erwelet warn. von dem uns alle gnad fleust als von dem haubt in die gelider und da dz sein sel lautter erchant davon was auch sein hercz diemütig dann kain hercz nye ward und umb dz geit sein menschait got alle ir er von der siß (?) hat allso süllen wir nach unserm vermügen...
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sider=hernach, später, seither; seit; da
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CGM 800, FOL. 213 R: PREDIGT VOM RECHTEN KLOSTERLEBEN

231 r:...leben nichcz aigens an im hat so soll er sy nichcz anderst freyen dann seiner volkumen gehorsam in der er zw dem ewigen leben gien mag darumb soll die selb tugent ewr harnasch sein in der ir die sel sterckt wider dz fleisch und in dem streit sollt ir stet sein als ain fainer (?) ritter Christi (?) darumb wirt ewr solt nit zeitlich sunder ewig und pej dem süllt ir versten dz claid ewr kutten dy ain bedeckung wirt ewrs todten leichnams darinnen ir leben und sterben und begraben müst werden und ain fauls aß der würm auff dz spricht SAND AUGUSTIN wollt got dz wir söllich ding stettigclichen pedächten und mit fleiß mercken solten dz sich unser begier zw got erhüeb und pald zw im chömen. und fragstu mich wie dz geschehen müg so hör wann daz ding ist in deinn gewalt wan dz himelreich suecht chain andern sollt dann dich selber und gilt als vill dw hast und pist darumb gib dich selber so hastu es und umb den lon bechümer dich nicht wann Christus hat sich selber in den tod geben auf dz er dich got seim vater zw aim reich seiner wonung macht allso gib dich selber dz dw sein wonung seist und laß kain sünd in deinen tödlichen leichnam herschen wann mit dm wirstu ain verschribner purger in dem himlischen stat und ain erb gocz da dw ewigelich beschawen wirst die himlischen chör mit iren wonern und wirst hören dz lob und iubilieren dz frolocken und die frewd die sy got in seim ansehen zw eren des lobs an auff hören erzaigen darumb...
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zw u.ä.: sprich "zu"
harnas; harnasch=Harnisch
fain=fest; unverbrennlich
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